Sommernachtsfest der Feuerwehr ein „Klassiker, der zu Babenhausen gehört“

Hektik und Nervosität passen nicht zu einem Feuerwehrmann, vielmehr Ruhe und Gelassenheit.

Babenhausen – Als am Samstagabend um kurz vor 18 Uhr ein völlig unerwarteter Schauer über das Sommernachtsfest der Blauröcke niedergeht und den Erfolg von drei Tagen Aufbau infrage stellt, zeigen sich die Ausrichter ziemlich entspannt. „Falscher Zeitpunkt – aber wir nehmen es, wie es kommt“, meinte Pressesprecher Werner Flechsenhar, der am Weizenstand seinen Dienst verrichtete. VON MICHAEL JUST

Nach rund einer Viertelstunde lachte aber wieder die Sonne über dem Feuerwehrplatz, und es schien, als wäre kein Tropfen gefallen. Dafür sorgte die Truppe, indem sie mit Fenster-Abziehern professionell über die Tische und Bänke ging. Um 19 Uhr war das Fest dann mit Hunderten von Besuchern gefüllt. Zu denen gesellte sich auch die Feuerwehr Langstadt mit Anhang: Sie hatte am Wochenende ihre befreundeten Feuerwehrkameraden aus Trebesing in Österreich zu Besuch und wählte das Angebot der Nachbarn als idealen Anlaufpunkt.

Neben dem Altstadtfest gehört das Sommernachtsfest zu den beliebtesten Veranstaltungen für die Babenhäuser. „Es ist für viele ein Erlebnis zu sehen, wie wir den Feuerwehrhof in einen Partyhof verwandeln“, sagte Vorsitzender Bernd Pöschl. Zum zweiten Mal stand die Gruppe „Rockxy Music“ aus Hösbach auf der Bühne. Parallel unterstrich die Feuerwehrküche ihren exzellenten Ruf. Neben Hackbraten und dem Feuerwehr-Burger wartete diesmal Pulled Pork auf die hungrigen Esser. Mit dieser Wahl trafen die Floriansjünger den Zeitgeist. Pulled Pork gilt auf vielen Veranstaltungen als der Trend. Obwohl zeitaufwendig, richtete die Feuerwehrküche das zarte Schweinefleisch komplett selbst an.

Wie gewohnt war die Veranstaltung gleich mit dem Start ein Anziehungspunkt für Familien. Dafür sorgten die Fahrzeugausstellung sowie die Stände der Jugendwehr und der Löschfüchse. Hier ließ sich Wasser spritzen und Infos über die Jugendarbeit einholen. Mit einer Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos wurde eine weitere Attraktion für Kinder geboten.

Der elfjährige Malte Jan Ziehmer lief beim Blick auf die rote Einsatzflotte zu Höchstform auf. Seiner Mutter und zwei Freunden zeigte er nach der Reihe den Mannschaftstransportwagen, den Teleskopgelenkmast, den Einsatzleitwagen oder das Löschgruppenfahrzeug. „Ich hatte das Thema Feuerwehr in der Projektwoche“, erklärte der Junge und fügte selbstbewusst hinzu, dass er vieles schon vorher gewusst hat. Da er Interesse am Thema hat, kann er sich vorstellen, bald ein Floriansjünger im Nachwuchsbereich zu werden.

Das Sommernachtsfest blickt auf eine Jahrzehnte lange Tradition, die schon im alten Feuerwehrhaus ihren Anfang nahm. „Es ist ein tolles Fest und ein Klassiker, der einfach zu Babenhausen gehört“, führte Besucherin Katia Hannemann (37) an. Sie bedauerte, dass mit dem Ende des Waldfestes leider nur noch wenig große Möglichkeiten zum Feiern in der Stadt verblieben sind.

Drei Tage bauten die Blauröcke ihr Fest auf und mussten dabei sogar zweimal ausrücken. Am Donnerstag war es eine Ölspur, am Samstagnachmittag – eine halbe Stunde vor Festbeginn – loderte ein Flächenbrand in Langstadt. In beiden Fällen bewies die Truppe, dass trotz der Konzentration auf die geselligen Stunden die Einsatzbereitschaft vollständig gewährleistet ist. Auswirkungen auf das Fest waren schon deshalb nicht zu erwarten, da sich der Verein auf unzählige passive Mitglieder als Helfer verlassen kann. Erst in den Morgenstunden verließen die letzten Besucher die Blaulicht-Bar, in der leckere Cocktails warteten und DJ Jochen Rheinheimer die passende Musik für alle Generationen auflegte. „Unser Fest geht von 16 Uhr bis 4 Uhr morgens. Das sind zwölf Stunden“, rechnete Bernd Pöschl vor. Wie sich auch in diesem Jahr zeigte, ein Zeitraum, den unzählige Babenhäuser genossen und sich beim Aufbruch nach Hause schon aufs nächste Jahr freuten.

Quelle: op-online