Großes Aufräumen am Tag nach „Fabienne“

Sturmtief wütet vor allem in Langstadt

Babenhausen – „Vollalarm“ hieß es am Sonntagabend für die fünf freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet, nachdem Sturmtief „Fabienne“ über Babenhausen und seine Stadtteile hinweggezogen war. Vor allem Langstadt war betroffen. Von Norman Körtge

 

Für eine gute halbe Stunde war Langstadt am Sonntagabend von der Außenwelt abgeschnitten. Sowohl die K108 nach Harpertshausen als auch die L3065 in Richtung Babenhausen beziehungsweise Kleestadt waren durch umgestürzte Bäume blockiert. „Wir haben uns dann entschieden, zunächst die Strecke nach Harpertshausen frei zu machen, da diese kaum durch Wald führt“, berichtete der Langstädter Wehrführer Jens Rodenhäuser am Tag danach. So war zumindest ein Weg für Rettungsfahrzeuge frei.

Gegen 17 Uhr war am Sonntag das Sturmtief „Fabienne“ über den östlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg gezogen und hatte unzählige Bäume umgerissen und Dächer abgedeckt. Bis um 1 Uhr waren Rodenhäuser und seine Kollegen im Einsatz, um vor allem abgedeckte Dächer zu sichern. An der Kleestädter Straße etwa riss der Sturm ein zirka 80 Quadratmeter großes Trapezblechdach von einer Halle und schleuderte es gegen ein Haus.

Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr mehr als 70 Einsätze, wie Werner Flechsenhar, Pressesprecher der Babenhäuser Feuerwehr, berichtete. 110 Feuerwehrleute waren bis spät in die Nacht hinein im Einsatz – um am nächsten Morgen wieder weiter zu machen. Vor allem galt es, die Landstraßen frei zu machen. Eine Prognose, wie lange die Verbindungen nach Langstadt und Schaafheim gesperrt sein würden, wollte Flechsenhar gestern Mittag noch nicht abgegeben. Hessen Forst und die Feuerwehr müssten eben nicht nur die Fahrbahn räumen, sondern auch nach möglichen „Hängern“ in den Bäumen schauen.

Zwei Autofahrern wurde der Sturm zum Verhängnis. Glück hatten die Insassen eines Fords, der auf der L3065 von einem umgestürzten Baum gestreift wurde. Den Rettungsdienst auf den Plan rief allerdings eine 46-Jährige aus Babenhausen, die auf der L3116 zwischen Schaafheim und Babenhausen verunglückte, nach dem ein Ast ihren Kleinwagen traf. Der verletzte die Frau nicht. Jedoch war die Frau leblos und musste vom Rettungsdienst reanimiert werden. Die Aufräumarbeiten auf beiden Landstraßen dauern noch an. Im Laufe des heutigen Mittags werden die Strecken voraussichtlich wieder freigegeben.

Bürgermeister Joachim Knoke lobte die Arbeit der Einsatzkräfte. Außerdem habe das Koordinieren der fünf Feuerwehren und des Bauhofs gut funktioniert. „Der Bauhof ist leer geräumt“, bilanzierte Knoke gestern. Alles was dort an Holzlatten und Planen gelagert und zur Verfügung stand, wurde zum Abdecken der beschädigten Dächer genutzt.

Quelle: op-online.de