Löschfüchse sind startbereit – Betreuerteam stellt sich vor

Babenhausen – Am Altstadtfest-Sonntag, 9. September, ist es soweit: Die Löschfüchse der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen werden offiziell gegründet. Von Petra Grimm

Mit dieser Kinderfeuerwehr für Mädchen und Jungen von sechs bis neun Jahren beschreiten die Brandschützer der Kernstadt einen neuen Weg in Sachen Nachwuchsarbeit. Die Resonanz beim Elterninfo- abend lässt hoffen. „Mit so vielen Besuchern heute Abend hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet“, freute sich Wehrführer Florian Sawallich beim Blick durch den Unterrichtsraum im Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr. Zehn interessierte Mütter und Väter hatten dort Platz genommen, die Sawallich kurz über die Feuerwehr im Allgemeinen und ausführlich über die Kinderfeuerwehr im Speziellen informierte.

Er gab den Eltern einen Einblick in den vorgesehenen Dienstplan für diese neue Nachwuchsgruppe. „Etwa 30 Prozent der Gruppenstunden werden sich mit Feuerwehrthemen beschäftigen. Aber aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen dürfen die Kinder natürlich noch keinen Brandangriff unter Atemschutz üben oder sich vom Schlauchturm abseilen“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Aber man könne beispielsweise, wie bei der üblichen Brandschutzfrüherziehung in Kindergärten und Schulen, trainieren, einen Notruf korrekt abzusetzen oder auch Erste-Hilfe- Maßnahmen durchzuführen. „Man kann in diesem Alter durchaus schon lernen, einen Verband anzulegen und Ähnliches“, so der Wehrführer.

Die restlichen 70 Prozent des Programms enthalten gemeinsame Spiele, Bastelnachmittage, einen Rundgang durch das Feuerwehrhaus, einen Laternenumzug, Plätzchen backen in der Vorweihnachtszeit und anderes. Los geht es mit einer Kennenlernstunde am Montag, 10. September, von 16.15 bis 17.45 Uhr. Von da an werden die Löschfüchse sich immer vierzehntägig – außer in den Ferien – im Jugendraum auf dem Stützpunkt treffen. Er bat die Eltern, noch keine Eintrittserklärung für ihre Kinder auszufüllen. „Wir möchten, dass die Kinder mindestens dreimal dabei waren und sich dann erst entscheiden, ob sie ein Löschfuchs werden wollen“, so Sawallich. Die Kosten für das Bastelmaterial seien pro Kind für ein Jahr mit zwölf Euro abgedeckt. Denn der Feuerwehrverein, den der Vorsitzende Bernd Pöschl kurz vorstellte, unterstütze das Projekt zu hundert Prozent und habe auch bereits einiges Material für die Gruppenstunden angeschafft. Pöschl wies darauf hin, dass man erfreut wäre, die Eltern als fördernde Mitglieder aufzunehmen. Der Jahresbeitrag beträgt ebenfalls zwölf Euro. Die Kinder, die aus versicherungstechnischen Gründen Mitglied werden müssen, zahlen keinen Vereinsbeitrag.

Die fünf Betreuerinnen, an der Spitze die Teamleiterin Jessica Osojnicki, stellten sich vor, ebenso wie die Jugendfeuerwehrwarte Sascha Wildgrube und Sören Grundmann, in deren Gruppe die Kinder ab zehn Jahren dann wechseln können. Jessica Osojnicki, die seit sechs Jahren in Babenhausen lebt, war an ihrem früheren Wohnort Eppstein im Taunus selbst aktive Feuerwehrfrau. „Ich bin mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten und war bis zum Alter von 25 in der Einsatzabteilung“, erzählte die 34-jährige Mutter von zwei Kindern. Jetzt freue sie sich auf ihre neue Aufgabe bei den Babenhäuser Blauröcken: „Ich möchte meine eigene Freude an der Feuerwehrarbeit und das Gefühl der Kameradschaft gerne an ihre Kinder weitergeben“, sagte sie zu den Eltern. An ihrer Seite als Stellvertreterin ist Marisa Münch, deren Mann in der Einsatzabteilung der Kernstadt aktiv ist. Die 37-Jährige engagiert sich seit über zehn Jahren an der Spitze der Fastnachtsgruppe der Feuerwehr und ihre beiden eigenen Söhne, sechs und acht Jahre alt, wollen ebenfalls Löschfüchse werden.

Die sechsfache Mutter Monika Schimpf (52) lebt quasi in einer Feuerwehrfamilie, denn ihr Ehemann Burkhard Schimpf, vielen auch als Nachtwächter im historischen Gewand bekannt, ebenso wie zwei Söhne sind in der Einsatzabteilung aktiv. Ihre Tochter ist in der Jugendfeuerwehr. Mit Kindern kann Schimpf auch beruflich gut umgehen. Nachdem sie viele Jahre als Tagesmutter gearbeitet hat, sorgt sie jetzt als Teilhabeassistentin an einer Grundschule dafür, dass sich behinderte Kinder im Alltag dort zurechtfinden. Ute Merkle hat Erfahrungen als Tagesmutter und in der Kinder- und Jugendarbeit auf verschiedenen Ebenen in der evangelischen Kirche gesammelt, wo sie aktuell eine Bastelgruppe betreut. Mit Christiane Sawallich (31), die eine kleine Tochter hat und die Ehefrau des Wehrführers ist, wird das Betreuerinnenteam komplett.

Quelle: op-online.de