2. LZ Babenhausen im Katastrophenschutzeinsatz beim Elbehochwasser

Am 03.06.2013 kam die Anfrage der hessischen Landesregierung an den Kreis Darmstadt-Dieburg, ob Helfer der Freiwilligen Feuerwehr nach Sachsen entsendet werden könnten, da von dort ein offizielles Hilfeersuchen vorlag.

Auch der 2.LZ des Katastrophenschutzzuges aus Babenhausen wurde hier angefragt. Die erste Lagebesprechung fand abends um 18:45 Uhr im Stützpunkt Babenhausen statt und die zur Verfügung stehenden 26 Einsatzkräfte aus Babenhausen und Ortsteilen wurden auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt.

 Am 04.06.2013 um 04:00 traf man sich dann, um die letzten Vorbereitungen durchzuführen,  um dann 05:00 Uhr in Richtung Sachsen aufbrechen zu können.

Während der Anfahrt erfuhren wir, dass unsere Reise nach Dresden führen sollte, dort kamen wir am frühen Nachmittag an. Dort bezogen wir in drei Turnhallen unser Quartier und rüsteten die Hallen mit den mitgebrachten Feldbetten aus. Auch unser Betreuungszug baute sein Equipment auf und so konnten wir bald eine leckere Mahlzeit einnehmen.

Am 05.06.2013 bekamen wir am frühen Nachmittag den Auftrag zusammen mit dem Verband des Hochtaunuskreises das „Japanische Palais“ in Dresden zu schützen. Dort drohte die Elbe das Grundwasser in das Gebäude zu drücken und die erwartete Flutwelle hätte für zusätzliches Wasser gesorgt. Unseren Berechnungen zufolge mussten 5.700 Sandsäcke gefüllt werden um einen 30cm hohen Schutzwall um das Gebäude legen zu können.

Vom Palais wurden wir an eine Sandgrube etwas außerhalb von Dresden verlegt um eine neue Sandsackfüllstation zusammen mit der BF Darmstadt einzurichten. Wir fuhren also dorthin und bauten unser Equipment auf. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich die Nachricht über Facebook, dass es eine neue Füllstation gab und die zahlreichen Helfer strömten zu hunderten herbei. So konnten innerhalb drei Stunden knapp 35.000 Sandsäcke gefüllt werden. Eine ordentliche Zahl.

 

Am 06.06.2013 gegen 03:00 Uhr wurden wir aus unserm kurzen Schlaf geweckt und hatten eine neue Einsatzstelle. Im rund 15km entfernten Wildberg (Gemeinde Klipphausen) drohte ein Damm überflutet zu werden und die 249 Einwohner dieses Örtchens wären alle geschädigt worden. Bereits seit Montag war die Bundeswehr dort vor Ort und füllte mit Unterstützung der Ortsbevölkerung Sandsäcke. Als wir dort ankamen und unsere Maschine in Stellung brachten hoben wir den Durchsatz an abgefüllten Sandsäcken deutlich an. Am frühen Vormittag kam die Ablöse aus unserem Verband und diese verbauten weitere Säcke im Damm.

600 Meter Damm galt es zu verteidigen, stellenweise war die Sandsackdeichkrone knapp vier Meter hoch bzw. der Weg hinter dem Damm vier Meter unter Elbeniveau. In der Nacht waren ebenfalls Kameraden unserer Wehr bzw Verbandes am Deich vor Ort und stapelten Sandsäcke. Die Helfer aus Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt Dieburg sowie den anderen Kräften vor Ort verbauten während des Einsatzes rund 160.000 Sandsäcke. Insgesamt waren in dem Deich rund 260.000 Säcke verbaut worden und der Ort wurde glücklicherweise vom großen Hochwasser verschont. Die Scheitelwelle rollte am 06.06.2013 am späten Nachmittag vorbei (10,05m) und am nächsten morgen war schon eine sichtbare Senkung zu erkennen. Normalerweise führt die Elbe in diesem Bereich ca. 2,70m Wasser.

 

Die Bevölkerung von Wildberg versorgte uns getreu dem Motto „Ohne Mampf kein Kampf“ vorbildlichst, es fehlte uns an nichts und als der Pegel sank waren alle froh und man durfte sich als Held fühlen.

 Am Nachmittag des 07.06.2013 holten wir den Großteil unserer eingesetzten Geräte zurück und säuberten diese grob vor Ort-denn am morgigen Samstag sollte unsere Ablösung kommen. Die Küche überraschte uns am Abend mit einem kleinen Grillfest.

Gegen 21:00 Uhr bekamen wir noch einmal einen Auftrag zur Sicherung eines Pumpwerkes, dort hatten bereits Kameraden der Stadt Darmstadt Maßnahmen ergriffen und Pumpen installiert, das THW war ebenfalls mit 2 großen Hannibal Pumpen vor Ort.

Gegen 02:00 Uhr kehrten die Kräfte zurück und konnten noch ein paar Stunden schlafen ehe es dann am Samstag morgen um 09:00 Uhr hieß: Abmarsch nach Hause!

 

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